Abteilung Acker- und Pflanzenbau

Hanus, Herbert, Prof. em. Dr.

Emeritus

Hanus, Herbert

Emeritiert seit 30.09.2001

 

Zum 80. Geburtstag / Veranstaltung am 14. Juli 2016


Symposium: "Optimierung der Anbausysteme als Grundlage für eine ressourceneffiziente Pflanzenproduktion"

Vortragspräsentationen (pdf):

Wenn Sie an dieser Veranstaltung teilgenommen haben, können Sie per Mail im Sekretariat einen Link zu den Fotos der Veranstaltung anfordern.

Prof. Dr. Herbert Hanus

 

 

 

 

 

 

 

 

Zum 60. Geburtstag am 5. Juli 1996


Am 5. Juli 1996 vollendet der langjährige Direktor des Instituts für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung, Professor Dr. Herbert Hanus, sein 60. Lebensjahr. Seine herausragende fachliche Kompetenz in der pflanzenbaulichen Forschung in Verbindung mit einer engen Beziehung zur landwirtschaftlichen Praxis haben ihn in Schleswig-Holstein und der gesamten Bundesrepublik zu einem vielgefragten Experten in Fragen des Acker- und Pflanzenbaus gemacht.

Aufgewachsen auf einem Bauernhof in der Ortschaft Jansdorf im Sudetenland lebte die Familie Hanus nach der Vertreibung in Döhren im Kreis Haldensleben in der ehemaligen DDR. Nach dem Abitur 1954 begann Herbert Hanus mit dem Studium der Landwirtschaft an der Humboldt-Universität in Berlin. Im Anschluss an die Flucht in die Bundesrepublik sowie einer landwirtschaftlichen Ausbildung, die er 1958 mit der Gehilfenprüfung abschloss, setzte Herbert Hanus das Studium in Bonn fort. Direkt im Anschluss an das Diplom im Jahr 1960 begann er seine Forscherlaufbahn als Doktorand am dortigen Institut für Pflanzenbau. Hier wurde er 1962 von Professor Klapp mit einer Dissertation über die Wurzelentwicklung und Wasserversorgung von Grasnarben promoviert. Mit der Habilitationsschrift zur "Beziehung zwischen Witterungsverlauf und Ertragsleistung einiger Feldfrüchte sowie Möglichkeiten für eine frühzeitige Ertragsprognose" qualifizierte sich Hanus 1969 für eine Laufbahn als Hochschullehrer. Direkt im Anschluss an die Habilitation ging er als Wissenschaftlicher Rat für Ackerbau an das Institut für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung der TU München. Seit 1973 ist Herbert Hanus Lehrstuhlinhaber für Pflanzenbau und Direktor des Institutes für Pflanzenbau und Pflanzenzüchtung an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel. Während der Jahre 1978 und 1979 war er Dekan der hiesigen Agrarwissenschaftlichen Fakultät.

Im Laufe seiner wissenschaftlichen Tätigkeit hat Professor Hanus allein und in Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern mehr als 170 wissenschaftliche Veröffentlichungen publiziert. Die hohe Wertschätzung, die sein Urteil in Fragen der pflanzenbaulichen Forschung bei Fachkollegen genießt, kommt auch dadurch zum Ausdruck, dass er viele Jahre als Fachgutachter der Deutschen Forschungsgemeinschaft tätig war. Darüber hinaus ist Professor Hanus Mitglied des Kuratoriums der FAL, seit dem letzten Jahr als stellvertretender Vorsitzender. Er ist Mitglied in einer Reihe von wissenschaftlichen Fachgesellschaften; der Gesellschaft für Pflanzenbauwissenschaften stand er über drei Jahre als erster Vorsitzender vor.

Die wissenschaftlichen Interessen von Professor Hanus waren in seiner langen Tätigkeit in der Forschung breit gefächert. Neben seinen bahnbrechenden Arbeiten zur Ertragsprognose von Kulturpflanzen auf der Basis der Witterung sowie einer Vielzahl von grundlegenden Untersuchungen zu Fragen der Bodenphysik hat er sich im Wesentlichen mit der Entwicklung und Verbesserung von Produktionssystemen im Hinblick auf den Einsatz von Stickstoffdüngung und Pflanzenschutzintensität beschäftigt. Ziel war hierbei die Ermittlung der bestmöglichen Kombination der genannten Betriebsmittel sowie die Vermeidung von Umweltschäden wie beispielsweise der Nitratbelastung des Grund- oder Trinkwassers. Seit 1990 ist Professor Hanus Sprecher des Sonderforschungsbereiches 192 an der Universität Kiel, der sich mit der Optimierung pflanzenbaulicher Produktionssysteme im Hinblick auf Leistung und ökologische Effekte beschäftigt. Seine wissenschaftlichen Arbeiten waren und sind jedoch nicht nur auf die gängigen Kulturarten wie Weizen, Raps, Gerste und Zuckerrüben beschränkt. In einer Reihe von Untersuchungen wurden auch Fragen der Produktionstechnik von nachwachsenden Rohstoffen wie dem Faserlein und sogar der Brennnessel behandelt.

Bei all seinen Forschungsprojekten hat Herbert Hanus dabei nie die Möglichkeiten und Restriktionen der praktischen Landwirtschaft aus den Augen verloren. Dies gilt umso mehr, da Professor Hanus als Leiter des Versuchsgutes Hohenschulen bei Achterwehr selbst für die Wirtschaftlichkeit eines Betriebes verantwortlich ist. Daher war es ihm immer ein besonderes Anliegen, die wissenschaftlichen Ergebnisse auch auf Vorträgen vor Landwirten darzustellen und somit den Kontakt zur Praxis zu wahren und zu vertiefen. Gleichzeitig hat er im Rahmen seiner Lehrtätigkeit immer die Integration der verschiedenen Teildisziplinen und den Bezug zu der aktuellen Situation im Ackerbau in den Vordergrund gestellt. Die Studierenden sollten dabei den Acker- und Pflanzenbau nicht nur aus Vorlesungen und Büchern erlernen, sondern im Rahmen von Praktika und Übungen auf dem von ihm geleiteten Versuchsgut Hohenschulen auch regelrecht "begreifen", wie Ackerkulturen wachsen und gedeihen.

Dass neben der fachlichen Qualität aber auch die menschliche Komponente bei der Tätigkeit im Institut und im Umgang mit seinen Mitarbeitern nie zu kurz gekommen ist, beweist die Tatsache, dass zu seiner Geburtstagsfeier fast alle ehemaligen Institutsangehörigen kommen werden. Um an diesem Ereignis teilzunehmen, scheuen ehemalige Mitarbeiter keine Mühen. Zwei frühere Doktoranden, die derzeit auf Taiwan tätig sind, werden auch zu der Feier erwartet. Seine Kollegen von der Agrarwissenschaftlichen Fakultät, die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Institutes sowie seine Schüler wünschen Herrn Hanus zur Vollendung des 60. Lebensjahres Kraft und Gesundheit.

Olaf Christen und Friedhelm Taube